Was ist Sucht?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass eine Abhängigkeitserkrankung eine Krankheit ist, die jeden Menschen treffen kann. Charakteristisch für das Abhängigkeitssyndrom sind der starke Wunsch nach der Einnahme einer psychoaktiven Substanz und – trotz schädlicher Folgen – große Schwierigkeiten den Konsum zu kontrollieren oder gar zu beenden.
Es entsteht eine Gewöhnung an diese Substanz (Toleranzbildung). Die Dosis muss laufend erhöht werden, um dasselbe gewünschte Wohlbefinden zu erreichen; bei Nichtkonsum kann es zu Entzugserscheinungen kommen.
Die/der Betroffene ordnet das gesamte Leben dem Gebrauch der psychoaktiven Substanz unter, d.h. die Beschaffung und der Konsum dieses Stoffes sind vorrangig.
Es gibt zwei Arten von Sucht:
Substanzgebundene Abhängigkeit: Nikotin, Alkohol, Medikamente, Cannabis, Opiate etc.
Substanzungebundene Abhängigkeit: Spielsucht, Kaufsucht, Internetsucht, Sexsucht etc.
Erkennungsmerkmale einer Suchterkrankung
Betroffene Personen – egal ob Suchtkranke selbst oder Menschen aus deren Umfeld – sollten darüber informiert sein, welche Merkmale für eine Abhängigkeitserkrankung bezeichnend sind.
- Starker Wunsch nach einer psychoaktiven Substanz
- Kontrollverlust über die Menge und das Ende des Konsums
- Fortführung des Konsums trotz eindeutig eingetretener körperlicher, psychischer und sozialer Folgeschäden
- Vernachlässigung anderer Vergnügungen und Interessen zugunsten des Konsums der psychoaktiven Substanz
- Gewöhnung an diese Substanz und Dosiserhöhung (Toleranzbildung)
- Körperliche und/oder psychische Entzugserscheinungen bei Beendigung oder Reduktion der Einnahme der psychoaktiven Substanz (nicht bei allen Substanzen)
Quelle: https://www.oesterreich.gv.at/
Abhängigkeitsformen
Körperliche Abhängigkeit (physisch)
Die physische Abhängigkeit zeigt sich darin, dass sich der Körper des Betroffenen durch die wiederholte Einnahme einer Substanz gewöhnt und somit dessen Wirkung nur vorrübergehend ist.
Seelische Abhängigkeit (psychisch)
Bei der psychischen Abhängigkeit hat der Betroffene ein ständiges Bedürfnis nach einer Substanz, denn ohne, sieht er sich nicht mehr im Stande „normale“ Alltagssituationen bewältigen zu können.
Soziale Abhängigkeit
Die Soziale Abhängigkeit entsteht durch die soziale Umgebung – Freunde, Familie, Kollegen – des Betroffenen. Es besteht ein gewisser Gruppenzwang, bei welchem ansonsten Ausgrenzungen oder Mobbing drohen.
Suchtentstehung
Sucht ist das Ergebnis eines langen dynamischen Prozesses, dessen Verlauf unterschiedlich lange dauern kann und oft sowohl von der betroffenen Person als auch vom Umfeld nicht wahrgenommen wird.
Bei der Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung spielen viele Ursachen eine Rolle, die nicht in einem direkten Ursachen-Wirkungs-Zusammenhang, sondern in einer ständigen Wechselbeziehung stehen.
Im sogenannten Suchtdreieck werden sie zu drei Faktoren zusammengefasst:
- Die suchtkranke Person (u.a. genetische Faktoren, körperliche Konstitution, psychische und persönliche Entwicklung)
- Gesellschaft und Umwelt (u.a. Akzeptanz des Stoffes, Freundeskreis, Gruppendruck, strukturelle Bedingungen der Gesellschaft)
- Suchtstoff (u.a. Wirkung, Verfügbarkeit, Abhängigkeitspotential)
Quelle: https://www.oesterreich.gv.at/
